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Frage: Wie wichtig sind für Sie (Amazon-)Rezensionen?




Die Frage wird sich mancher schon gestellt haben: Wie finanziert sich der KrimiKiosk? Wir sind -bei allem Enthusiasmus des Teams- ein im rechtlichen Sinne gewerbliches Unternehmen. Es entstehen Kosten durch Porto, Webseiten, Podcast usw.

Diese Kosten werden durch unsere Leser/ Hörer getragen, die bei ihren Einkäufen auf Amazon, Neckermann, Libri, Weltbild, Otto oder ihren Audible-Downloads u.a. den kleinen Umweg über die entsprechenden Logos der Firmen auf www.krimikiosk.de nutzen. Hierdurch entstehen den Käufern keine Mehr-Kosten. Wir können nicht sehen, wer diese Links benutzt, wir sehen die Beträge und die entsprechende Provision. Kein Verlag und kein Unternehmen schaltet bei uns Werbung, so dass wir uns niemandem gegenüber verpfichtet sehen müssen.

Hinzu kommen die wichtigen Beiträge, die unsere Komplizen (einmalig 9,95 Euro) zahlen, um einen unserer Hör-Krimis, den es nicht als Podcast gibt, komplett als Download laden zu können. 

Alle KK-Rezensenten sind Privat-Personen, die Spaß haben, unentgeltlich im KrimiKiosk mitzumachen, deshalb können wir mit Stolz sagen, dass wir Dank der Hilfe unserer Leser/Hörer und des Rezensenten-Teams unabhängig sind und uns nur ihnen gegenüber verpflichtet fühlen.

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KrimiKiosk
Wie finanziert sich das?

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Impressum
Ausgabe 02 /18. Februar 2012 

Der Krieg der Sterne
Lust & Frust auf Amazon 

Köln- Es ist kein Geheimnis: Amateurrezensenten stehlen profes-sionellen Feuilletonisten mehr und mehr die Daseinsberechtigung.

Blogger und Vlogger aller Länder vereinigen sich und verraten uns auf Amazon & Co, was ihnen vom Büchertisch gefällt und was nicht.

Satt waren wir es, dass uns intellektuelle Überflieger in unhandlich überdimen-sional großformatigen, dünngedruckten Feuilletons die Krimi- und Literatur-Welt erklärten. Satt waren wir die Rezensions-Käufe, die uns mit dem Gefühl zurück ließen, nicht klug genug für den Plot jenes exotischen Krimi-Autoren gewesen zu sein, der ekstatische Gemetzel mit Weltschmerz-Philosophien so geschickt zu kombinieren wusste, dass wir auch beim 2. Lesen noch nicht herausfinden konnten, um was es in der Handlung ging

Amazonrezensenten und die Blogosphäre befreiten uns von dem unverständlichen Literatur-Geschwafel, das uns Bestseller-Krimis vermieste (denn ein Krimi, der von jedem gekauft und verstanden wird, ist aus Literatur-Profi-Sicht naturgemäß keine intellektuelle Herausforderung und damit das bedruckte Papier nicht wert) und geben uns die Möglichkeit -von Leser zu Leser-, den Krimi als das zu sehen und zu bewerten, was er für die meisten von uns ist: als Unterhaltungsgut mit Wohlfühl- und Wellness-Effekt, das unsere Phantasie beflügelt, uns wohlige Schauer über den Rücken jagt, uns entspannt und hier und da sogar unterhaltsam belehrt.

Doch in einer Zeit, in der Rüpeln zum Umgangs-Ton gehört, sehen sich nun auch vermehrt Autoren mit 1-Sterne-Rezensionen auf Amazon & Co. konfrontiert, die jede Etikette vermissen lassen und ungefiltert den Frust des Lesers wiedergeben. Derbe Unterstellungen, bösartige persönliche Angriffe und wenig salonfähige Ausdrücke beschreiben das enttäuschende Lese-Erlebnis des Rezensenten, nicht berücksichtigend, dass deutschsprachige Autoren meist den Amazon-Rezensionen entgegen gieren und kaum eine Kritik von ihnen ungelesen bleibt.

So verständlich jede verärgerte Autoren-Gemütsregung ist, so unverständlich ist die seit Kurzem durchaus übliche Gegenreaktion. Da wird "zurückgeschossen", was das Zeug hält. Die einen beschimpfen ihre (zahlenden) Leser ungeniert auf gleichem Niveau, die anderen machen ihrem Frust in Literatur-Magazinen und -Zirkeln mehr oder
weniger subtil und intellektuell verkleidet unter dem Applaus ihrer Autoren-Kollegen Luft.

In diesen Artikeln wird der/die "Rezensent/in" mal eben in Sachen Orthographie und Grammatik belehrt, da lacht man über Wortwiederholungen und banale Wortkombinationen. Lächelt über allzu profane Worte wie "super" und aalt sich in vermeintlich intellektueller (von Lektoren gestützter) Überlegenheit.

Am Ende all dieser Diskussionen steht immer wieder der brennende Autorenwunsch, Amazon solle möglichst alle Rezensenten mit richtigem Namen antreten lassen, als ob eine vernichtende Kritik von Prof. Dr. XY (richtiger Name) weniger weh täte, als die von Leseratte21 oder eine 1- Sterne-Kritik dann vor Gericht geklärt werden könnte.

Wenn eine Rezension vernünftig formuliert ist und vermeintliche Schwächen aufzeigt, warum treten Autoren nicht in einen aggressionsfreien Dialog? Es gibt Kommentar-Funktionen. Ist vielleicht sogar was dran an der Kritik? Zu viele Klischees bedient, zu wenig Mühe am Ende gegeben?

Man kann nicht "Everybodys Darling" sein, aber warum nicht menschlich und doch unbeleidigt reagieren, Bücher-wurm72 in einem Kommentar direkt ansprechen: "Tut mir leid, dass mein Buch nicht gefallen hat. Vielleicht können Sie es verschenken? Sie mögen keine Gewaltdarstelllungen, dann kann ich Ihnen die Krimis meiner Kollegin XY empfehlen."

Das würde Souveränität, Humor und Intelligenz zeigen und damit andere Leser für den Autor einnehmen.

Und wieso zeigen sich hier und da vereinzelt Autoren bei schlechten Rezensionen, aber so gut wie keiner bei den guten?

Nur ganz wenige Autoren bedanken sich bei ihren Lesern und man fragt sich wieso, denn Leser sind KÄUFER, im Gegensatz zu den Kollegen, die meist nur geschenkte Rezensions-Exemplare, möglichst aus dem gleichen Verlag (unter richtigem Namen versteht sich) gefällig kollegial auf Amazon Lesern andienen und beim "Lobhudeln" auf entsprechende Gegenrezensionen zählen.

Dabei müssten sich Autoren um vereinzelte schlechte Rezensionen nicht sorgen, Leser suchen in Rezensionen nach einer gleichen Sprache, gleichen Prioritäten der Rezensierenden.

Wenn jemand sich im Ton vergreift und dann damit Gleichgesinnte anspricht, ist es ausgezeichnet, dass diese Personengruppe in Zukunft die Finger von diesem Buch lässt.

Natürlich schmeicheln kunstvoll formulierte Komplimente professioneller Buchbeurteiler jedem Autoren.

Doch wenn Herzschlag24 auf Youtube mit ihrer neuesten Krimi-Errungenschaft vor der Webcam herumhopst und quietschend verkündet, dass der Thriller suuuuperspannend war, ihr beim Lesen fast das Herz stehen geblieben ist, und der/die Autor/in bei der Lesung sooooo süß, das jetzt für immer in Ehren zu haltende Exemplar signiert hat, worauf die Follower und Abonnenten sofort zu Amazon rüberklicken, das Buch bestellen um z.B. bei der nächsten Leserunde bei den Büchereulen auch mitreden zu können, dann ist das eine von Herzen kommende, ehrliche Lesermeinung, die den Autor mit Geld entlohnt und ihm 1000 mal mehr wert sein sollte, als alle glattpolierten Sätze Kulturbeflissener, die über Bücher urteilen, die sie so gut wie nie selber bezahlt haben.

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Petra Weber 2012-02-20 09:13:46 @Vero: Nur ist es etwas unrealistisch zu erwarten, dass Amazon-Rezensenten Autoren über ihre Kritiken informieren, insbesondere wenn sie 1 Stern vergeben ;-)Zumal nicht jeder Autor in sozialen Netzwerken agiert oder Kontaktdaten zur Verfügung stellt. @Gekko: Ja, es wäre wirklich schön, wenn Autoren das als Chance begreifen könnten.
Gekko 2012-02-20 09:09:40 Ein toller Artikel, dem ich nur zustimmen kann. Feedback aus dem Netz sollte von den Autoren nicht als Angriff, sondern als Chance für eine bessere Kommunikation gesehen werden!
Vero Nefas 2012-02-19 21:35:52 Toller Artikel! Trifft den Kern des ganzen ziemlich gut. Aber einen kleinen Kritikpunkt habe ich: Wenn man seine Rezensionen den Autoren direkt zukommen lässt, dann bekommt man sehr wohl Lob und Anerkennung für die Arbeit, sogar, wenn man Kritiken dabei sind oder eine Rezension nicht absolut gut ausfällt. Natürlich nur, wenn der Umgangston passt. Es ist also nicht so, dass Autoren gänzlich wortscheu sind, wenn es um die Beurteilung guter, persönlicher Rezensionen geht.:)
Petra Weber 2012-02-19 15:48:03 @Mistie: Es gibt tatsächlich einen guten Grund, warum Lesermeinungen auch bei uns im KrimiKiosk "Rezensionen" heißen, obwohl es -völlig richtig- keine Rezensionen im eigentlichen Sinne sind. "Google makes the world go around", deshalb muss alles, was im Netz gefunden werden soll mit den richtigen Suchbegriffen versehen sein. Kein Mensch sucht nach "Lesermeinungen", sehr wohl aber nach "Rezensionen", weshalb auch wir unsere Lesereindrücke so betiteln.
Mistie 2012-02-19 14:56:35 Es ist mir sowieso schleierhaft wieso die Leserkommentare bei Amazon "Rezensionen" heissen - das gibt nur Anlass zu Missverständnissen. Ein Leserkommentar ist nicht mehr und nicht weniger als die Meinung eines Lesers zu einem Buch. Eine Rezension sollte schon tiefer gehen (Analyse, Begründung, etc) als ein Kommentar (Gefühl, momentane Stimmung, etc) Deswegen lese ich Kommentare immer nur diagonal ... um Bestätigung zu finden ein Buch zu kaufen oder nicht zu kaufen ... und dann entscheide ich mich doch nach meinem Bauchgefühl :-)
Nini 2012-02-19 10:24:05 Na dem Artikel kann ich nur aus ganzem Herzen zustimmen. Als Autor sollte man sich doch eigentlich freuen, wenn die vernichtende Kritik in einem analphabetähnlichem Deutsch geschrieben ist - der mag mein Buch nicht? Puh, Glück gehabt - denn welcher Autor möchte schon vorrangig für diese Zielgruppe schreiben? Auf der anderen Seite sollte dem Autor doch auch daran gelegen sein, konstruktive Kritik zu bekommen, auch wenn dies nicht dem Ego schmeichelt - denn wenn er diese möglicherweise in folgenden Werken umsetzen kann, könnte er dadurch weitere Leser gewinnen - und ist das nicht das Ziel eines Autors? Möglichst viele Bücher an glückliche Leser zu verkaufen? Wem als Autor mehr an der Lobhudelei im Feuilleton gelegen ist als an begeisterten "normalen" Lesern, dem ist sowieso nicht zu helfen. Wobei ich auch durchaus erwähnen möchte, dass im Zeitalter des social media viele - gerade deutschsprachige - Autoren auch mit ihren Lesern auf Tuchfühlung gehen und auf einer normalen Ebene über Lob und Kritik diskutieren können, ja sich teilweise sogar über ernstgemeinte Kritik freuen.
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