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Der Tagesprophet Ausgabe 34
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Ein Erster April in Hogwarts

Scherz-Festival in der Zauberschule

Der 1. April ist traditionell ein Tag der Späße, Scherze und Streiche.

Auch in Hogwarts geht es an diesem Tag regelmäßig noch munterer zu als sonst. Schüler versuchen sich gegenseitig hereinzulegen, auch an Lehrern geht er nicht spurlos vorüber, und der Poltergeist Peeves ist immer voll in seinem Element. Die Eulen haben gelernt, sich an diesem Tag aus dem Schloss fern zu halten. Für die Krankenschwester in Hogwarts bedeutet er üblicherweise einen Tag der Beschäftigung mit der Aufhebung hartnäckiger Scherzzauber und der Heilung von Folgen misslungener Tricks.

Auch in diesem Jahr griff der Geist von Schalk und Schabernack um sich. Schon früh am Morgen wurden die Schlossbewohner mit dem konfrontiert, was ihnen bevorstehen würde.

Im Gryffindor-Gemeinschaftsraum wurden die Schüler von jaulenden Jojos aus dem Schlaf gerissen, die der erste Scherzbold des Tages an einem fangzähnigen Frissbee durch den Raum schickte. Die Ravenclaws wurden durch einen unter der Decke schwebenden Lautsprecher aufgeschreckt, der im Alarmton wiederholt Rätselfragen auf sie herab dröhnte. Besinnlicher ging es unter den Hufflepuffs zu, die von einem plötzlichen vielstimmigen Vogelorchester und sich von selbst wegziehenden Bettdecken geweckt wurden. In den Betten der Slytherins krochen verhexte Pinzetten, Nadeln und andere spitze Gegenstände unter die Decken und traktierten ihre Opfer, bis diese aus dem Bett gesprungen waren und die kleinen Übeltäter unschädlich gemacht hatten.

Den Rest des Tages hindurch wurden Aufmerksamkeit und Humor der Bewohner von Hogwarts immer wieder auf unterschiedliche Weise auf die Probe gestellt. Beispielsweise befanden sich auf den Treppen außer den üblichen noch heimlich verzauberte weitere Trickstufen, in denen ahnungslose Schüler und auch Lehrer stecken blieben. Ausgänge aus Abkürzungen durch das Schloss verschlossen sich bei Berührung unversehens und sperrten den Passanten dahinter ein. In Getränken und Speisen wurden Juxtränke oder -pulver gemischt, die dem Verzehrenden eine Überraschung bereiteten, beispielsweise eine blaue Hautfarbe verpassten, die Ohren anwachsen und flügelartig flattern ließen, ihn nur noch rückwärts sprechen ließen, oder ihm einen Dauerschluckauf anhängten.

Der Schulleiter fand sich, als er sich zum Frühstück an den Tisch setzen wollte, im nächsten Moment auf einer riesigen Gummiente sitzend, in die sich sein Stuhl verwandelt hatte. Er nahm es gutmütig mit Humor, machte es sich bequem und nutzte den Entenkopf kurzerhand als Gedeckablage.

Peeves hatte sich einen Vorrat an – teilweise mit bunten Tinten gefüllten – Wasserbomben, bissigen Bumerangs und schlagenden Spazierstöcken und einen Beutel mit skorpionsstacheligen Fledermausspinnen beschafft, die er in günstigen Momenten auf unvorsichtige Schüler herabfallen ließ. Außerdem gelang es ihm, einigen von ihnen kleine Schüsseln voller Lakritzschnapper hinten in den Kragen zu schütten, wenn sie nicht aufpassten. Zu guter Letzt überfiel er zahlreiche Schüler auf den Gängen und verpasste ihnen auf verschiedene Art und Weise eine Portion Juckpulver.

Auch sonst zeigte sich ringsum ein großer Einfallsreichtum, und es war deutlich, dass fast alle in Hogwarts sich reichlich in den Scherzartikelläden der Umgebung eingedeckt hatten. Teilweise waren die Streiche zusätzlich individuell angepasst und aufbereitet worden. So bekamen die

Hauslehrer durch verschiedene, unauffällig untergejubelte, verzauberte Trickartikel oder heimlich platzierte, als einfache Post getarnte Heuler mit Zaubersprüchen teilweise eine Ähnlichkeit mit den Tieren ihrer Häuser verpasst, zum Beispiel eine Löwenmähnen-Frisur, eine Adlerschnabel-Nase, eine große Schlangenzunge oder einen schnauzenähnlich langgezogenen Mund, gestreiftes Haar und kleine runde Ohren.

Auch besondere persönliche Eigenheiten verschiedener Personen wurden als Zielscheibe für individualisierte Angriffe genommen. So wurde eine lerneifrige Schülerin beharrlich von sie verfolgenden Pergamentrollen und Schreibfedern angestupst, einem etwas vernaschten Schüler flutschen jeweils seine Süßigkeiten davon, wenn er danach griff, und ein eine Person mit Knuddelmuff-Allergie fand sich mit einem Fell ausgestattet wieder, was zu einem ausgedehnten Niesanfall führte.

Ein ZAG-Absolvent bekam kurzzeitig einen hysterischen Anfall, als er beim Frühstück einen Heuler zugestellt bekam, der lauthals verkündete, er wäre in allen Fächern durchgefallen, und musste auf die Krankenstation gebracht werden, ließ sich aber nach der Verabreichung eines Nerventranks endlich beruhigen und überzeugen, dass es sich nur um einen Aprilstreich handelte und noch gar keine Auswertungen der Prüfungen vorlagen.

Beim Mittagessen sorgte ein als verfrühtes Osterpräsent platziertes Dekorations-Ei, aus dem beim Öffnen ein halbes Dutzend belebter Spinnenfiguren hervor krabbelten, für großes Chaos, als die Empfängerin dieses „Geschenks“ panisch aufsprang und diese mit einem starken Wasserstrahl aus ihrem Zauberstab loszuwerden versuchte, wobei sie ihre Tischgenossen gleich mit durchweichte. Der Absender des Eis bekam im Anschluss noch eine Extra-Dusche verpasst. Zwei der Spinnen landeten auf dem Nachbartisch, wo drei Personen ebenfalls hektisch aufsprangen, um von ihnen weg zu kommen, und bei der Gelegenheit den Inhalt ihrer Teller und Becher auf Tisch, Bänken und den Umhängen der Umsitzenden  verteilten, die bei Ausweichversuchen ihrerseits Schüsseln oder Becher umwarfen oder andere Tischnachbarn zu Boden schubsten.

Vereinzelt sahen sich muggelstämmige Schüler aber auch Aktionen mit eindeutigem Anti-Muggel-Hintergrund ausgesetzt; die Urheber blieben jedoch unerkannt. Doch die meisten Streiche, wie auch die Revanchen, hielten sich im eher gutmütigen und vergleichsweise harmlosen Bereich.

Einen überaus schlechten Ausgang nahm allerdings ein Scherz, der darauf basierte, sein beabsichtigtes Opfer hinsichtlich seiner Herkunft aufzuziehen, weil einst ein verkleideter Doppelgänger eine Zeit lang die Stelle eines seiner Vorfahren eingenommen hatte. Die Krankenschwester benötigte ihren Angaben zufolge etwa zwei Stunden, um die gummiartig verknoteten Finger des Möchtegern-Scherzboldes wieder zu lösen.

Auch beim Schlafengehen hatten die Schüler noch nicht ihre Ruhe vor diesem Tag. Einzelne fanden beispielsweise ihr Bett unter Wasser gesetzt, andere ihre Schlafanzüge so verhext, dass sie sich nicht anziehen lassen wollten, eine Matratze warf ihren Benutzer wiederholt zu Boden, und in einem Fall war das Bett von einer widerspenstigen Dornenranke umgeben.

Insgesamt entwickelte sich der Tag für die Bewohner von Hogwarts in diesem Jahr zu einer ereignisreichen und trotz einiger Zwischenfälle allgemein genossenen Scherz-Party, und die dabei an den Tag gelegten Einfälle zeugten von großer Kreativität der Beteiligten.               Claw Graves

Der Tagesprophet

Online-Zeitung

       Ausgabe 34

von Harry Potters Welt - Deinem Hogwarts www.meinhpw.de

19.05.2020
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